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Was tun, um den Alltag zu überstehen, die Welt zu retten?
Junge FilmemacherInnen fragen KünstlerInnen nach ihren Überlebensstrategien. In Momentaufnahmen berichten sie vom Energietanken durch Schlaf, vom molekularen Austausch zwischen Mensch und Maschine, über Rückzugsorte und Angriffsstrategien.
Bis jetzt wurden der Dramatiker Händl Klaus, der Konzeptkünstler Oliver Hangl, die Opernsängerin Angela Denoke, die Komponistin Olga Neuwirth, der Regisseur Fridolin Schönwiese und die Bildweberin Hildegard Absalon befragt.
Wir freuen uns, dass die Premiere im Rahmen der Diagonale 2011 stattgefunden hat!
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Survival Guide #1
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HÄNDL KLAUS, Autor und Regisseur |
Regie, Kamera, Schnitt: Leonie Wieser
Überall um Händl Klaus Zettelberge, gesammeltes Wortmaterial. Damit hätte ich gerne begonnen, dann aber folgten wir dem Kater auf die grüne Wiese und darauf konzentriert sich der Film, auf das sich Gehenlassen und Hinübergleiten in das Reich des Schlafs.
(Leonie Wieser)
"Er schläft unendlich viel und mir gefällt's so gut, dass man eingeladen ist, sich dazuzulegen und eine Runde mitzuschlafen."
Händl Klaus wurde 1969 in Rum bei
Innsbruck/Tirol geboren und lebt in Wien, Berlin und Port am Bielersee
(Schweiz). Er ist als Schauspieler und Regisseur tätig. Weiters ist er
kreativ in den Bereichen Dichtung, Erzählung, Roman, Hörspiel und
Theaterstück tätig. Seit 1995 erhielt Händl zahlreiche Auszeichnungen,
- den Rauriser Literaturpreis, den Robert Walser-Preis, den Förderpreis
zum Schiller-Gedächtnispreis, den Welt-Dramatikerpreis der Stadt Bern
und den Lyrikpreis Feldkirch. 2004 war er als Bester Nachwuchsautor für
den Nestroy-Theaterpreis nominiert. Für seinen Debütfilm MÄRZ (2008) gewann er
den Silbernen Leoparden für das beste Erstlingswerk beim Internationalen
Filmfestival Locarno. Weitere Werke (Auswahl): Theaterstück "Ich ersehne die Alpen; So
entstehen die Seen" (2001), Opernlibretto: "Häftling von Mab" (2002), Theaterstück "(Wilde) Der Mann mit den
traurigen Augen" (2003), Theaterstück "Dunkel lockende Welt" (2006).
LEONIE WIESER
Leonie Wieser wurde 1989 in Wien
geboren, studiert in Sussex. Filme: SCRABBLE 1-4
(European Youki Awards 2008 und YOUKI 10 - Würdigungspreise der Jury),
GLEICH IN DER ECKE IST DAS MEER (VIS Vienna Independent Shorts 2008,
film:riss Festival Salzburg 2007), GOTT, WIR LIEBEN UNS (ORF shorts on
screen 2006 - Siegerfilm Kategorie Zukunftsvision 2020, Youki Festival
Wels 2006 – Würdigungspreis, nicht zuständig (VIS Vienna Independent
Shorts 2007, Diagonale 2007), I:(1)00 dB ARBEIT:I (ein Projekt mit
Tizza Covi und Rainer Frimmel, Diagonale 2008)
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Survival Guide #2
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OLIVER HANGL, Performancekünstler |
Regie, Kamera: Michael Schindegger
Ton: Laura Endres
Schnitt: Leonie Wieser
Eine Überlebensstrategie wird meist unbewusst angewandt, reicht eben meist gerade dafür, nicht zu Grunde zu gehen. Eine ständige Bedrohung für Menschen, die von ihrer Kunst leben wollen. Dabei nicht zu überleben, bedeutet wahrscheinlich so viel, wie aufgeben zu müssen. Oliver überlebt, indem er sich selbst inszeniert und in verschiedene Rollen schlüpft.
(Michael Schindegger)
"Im Grunde basiert alles auf Liebe. Und Liebe ist zugleich die einfachste und sicherlich stärkste Form der Energie und sicher auch der einzige Grund, warum sich die Erde überhaupt dreht."
Oliver Hangl arbeitete als
Schauspieler am Serapionstheater und Theater Sparverein sowie als
Bühnenbildner, beschäftigt sich mit Medien- und Bildender Kunst und ist
sowohl mit Solo- als auch Gruppenausstellungen in ganz Europa
erfolgreich vertreten. Arbeiten (Auswahl): "Wiener Beschwerdechor" (2010), "Kino im Kopf spezial" (2010), "Sleepshow" (2009), "100 Jahre Technisches Museum Wien" (2009), "Kosovo ON EAR" (2008), "Wroclaw Guerillawalk" (2008), "Guided by accident?" (2007), "Gehsteigdisco" (2006), "The Inverted
Parade" (2006) "Disco ON EAR" (2006),
"Funkkopfstörung 7" (2006), "Basel ON EAR" (2006), "Losers' Lounge" (2005), "Gürtel ON EAR" (2004).
MICHAEL SCHINDEGGER
Michael Schindegger, geboren 1981, studiert seit 2003 ‚Kamera’ an der
Wiener Filmakademie. Lebt und arbeitet in Bukarest, Brüssel und Wien. Zu seiner Kameraarbeit zählt Peter Jaitz’ Film RIMINI (2009), der im
Rahmen von A First Steps dem Festival für Abschlußfilme in Berlin
gezeigt wurde. Sein Regiedebüt DACIA EXPRESS (2008) wurde bei der
Viennale 08 uraufgeführt und war ebenfalls im Programm der Diagonale
09. Sein neues Projekt NR. 7 ist gerade im Entstehen.
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Survival Guide #3
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ANGELA DENOKE, Opernsängerin |
Regie: Marvin Kren
Kamera: Hans Starck
Schnitt: Nina Schley
Ton: David Brych
Kameraassistenz: Veljco Tatalovic
Ich wollte in diesem Fotoroman in grobkörnigem Schwarzweiß einen kleinen Ausschnitt aus dem Alltag dieser großen Sopranistin dokumentieren. Wie sie aus künstlerischen Höhen gleichsam am Flughafen landet. Auf der Erde. (…) Wir begleiten sie von ihrer Ankunft am Flughafen weiter in die Sauna bis danach, wo wir Zeuge eines kleinen, ganz persönlichen fantastischen Momentes werden.
(Marvin Kren)
Geboren in einem musikalischen
Elternhaus in Stade bei Hamburg, absolvierte sie ihr Gesangsstudium an
der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Ingrid Kremling. Am
1.April 1997 feierte sie an der Wiener Staatsoper ihr erstes Auftreten
als Sopranistin als Marschallin. Angela Denoke singt an vielen
internationalen Opernbühnen, Metropolitan Opera, Covent Garden Opera,
Bayerische Staatsoper München (Debüt: Salome 2006), Semperoper, Gran
Teatre del Liceu, Opera National Paris (u.a. Katja Kabanowá, Cardillac,
Rosenkavalier, Die Sache Makropulos, Parsifal, Fidelio, Wozzeck),
Théatre du Chatelet Paris, Staatsoper Berlin (Tannhäuser, Pique Dame,
Erwartung, Rosenkavalier, Fidelio und Salome), Nederlandse Opera
Amsterdam, Teatro Real Madrid, Hamburgische Staatsoper, in San
Francisco und Chicago. An der Wiener Staatsoper war sie seit 1997 u.a.
als Tatjana (Eugen Onegin), Elisabeth (Tannhäuser), Jenufa,
Marietta/Marie (Die tote Stadt), Kundry (Parsifal), Salome, Elsa
(Lohengrin), Arabella und Marschallin zu hören. 1999 wurde Angela
Denoke als Sängerin des Jahres der Zeitschrift Opernwelt ausgezeichnet,
2007 erhielt sie den Faust-Theaterpreis für die Beste
Sängerdarstellerleistung im Musiktheater.
2009 wurde sie als Österreichische Kammersängerin geehrt und feierte
einen großen Erfolg als „Lady MacBeth von Mzensk" inszeniert von
Matthias Hartmann.
MARVIN KREN
Marvin Kren, geboren 1980, arbeitet seit 2003 als Produzent von
Kurzfilmen, Dokumentationen und Werbefilmen. Filme (Auswahl): RAMMBOCK (2010), SCHAUTAG (2008), TRIO (2008),
POACHER (2007), DANCE WITH JOHN STARKS! (2006), LIFE AND WORK
FOR GW (2005), PRATERSTERN (2005). RAMMBOCK wurde mit den Wiener Filmpreis ausgezeichnet, der Kurzfilm PRATERSTERN wurde beim
Short Film Festival Rome, bei den Vienna Independent Shorts und im ORF
gezeigt. 2009 erhielt Marvin Kren den Max Ophüls Preis für SCHAUTAG und den den Diagonale Preis der Jugendjury in der
Kategorie Bester Nachwuchsfilm des Jahres.
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Survival Guide #4
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OLGA NEUWIRTH, Komponistin
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Regie: Ella Gallieni
Kamera: Bernadette Weigel
Ton: Julia Kausch
Eine Begegnung, ein Streifzug, eine Frage: Überlebt man eigentlich dank oder trotz der Anderen? Nach ein paar gemeinsamen Stunden mit Olga Neuwirth die Erkenntnis: Auch wenn das Leben gerade keine Antworten parat hält, hilft es oft schon, einfach nur die Fragen zu teilen.
(Ella Gallieni)
"Ich bin am Land aufgewachsen und ich bin in die Natur gelaufen. Vielleicht war das die Form des Überlebens, nämlich, das immer Rauslaufen."
Olga Neuwirth wurde 1968 in Graz geboren. Sie zählt zu den
bedeutendsten und kreativsten zeitgenössischen Komponistinnen Europas
und feiert seit vielen Jahren internationale Erfolge. Sie studierte
Komposition und Theorie in Wien und am Conservatory of Music in San
Francisco. 1994 war sie Jurymitglied der Münchener Biennale für Neues Musiktheater. Im Rahmen der Reihe "Next Generation" wurde Olga Neuwirth in zwei Porträtkonzerten bei den Salzburger Festspielen
1998 vorgestellt. Ihren internationalen Durchbruch schaffte Olga
Neuwirth ein Jahr später, als sie für ihr abendfüllendes Musiktheater „Bählamms Fest" (Libretto: Elfriede Jelinek nach Leonora Carrington) den Ernst-Krenek-Preis erhielt. Weitere Erfolge waren die Londoner Uraufführung von „Clinamen/Nodus"
im März 2000, die sich in einer weltweiten Tournee fortsetzte. 2000
wurde ein gemeinsames Projekt mit Filmemacher Michael Kreihsl „The long rain" beim Steirischen Herbst uraufgeführt. Die Uraufführung des Musiktheaters "Lost Highway", nach dem gleichnamigen Film von David Lynch, fand 2003 in der English National Opera statt. 2006 wurde ihr Trompetenkonzert „...miramondo multiplo..." für die Wiener Philharmoniker bei den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Gemeinsam mit Valie Export und Elfriede Jelinek zeichnete sie sich für die Portrait-Ausstellung „Die Macht der Sprache" im Austrian Cultural Forum New York verantwortlich. 2006 wurde Olga Neuwirth zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin gewählt.
2010 erhielt sie als erste Frau den Kunst-Staatspreis in der Sparte
Musik, die höchste künstlerische Auszeichnung der Republik. Zur Zeit
lebt und arbeitet Olga Neuwirth in Wien.
ELLA GALLIENI
Geboren 1983 in Wien,
seit 2006 ist sie Studentin an der Filmakademie Wien. Zu ihren bisherigen
Filmen zählen die Kurzfilme: HORSE CAMP (2008), SOUCIS DE LUXE (2007) und LOSS (2006). HORSE
CAMP wurde bei der Diagonale 09 uraufgeführt, war im Programm des
Edinburgh International Film Festivals und ist im Verleih von Sixpackfilm.
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Survival Guide #5
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FRIDOLIN SCHÖNWIESE, Regisseur
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Regie: Fridolin Schönwiese
Kamera: Rafael Ortega
Ton: Antonio Fernández Ros
Die Wahl des Fahrrades als urbanes Fortbewegungsmittel in Mexico-Stadt folgt weniger einer Lebensphilosophie; viel mehr geht es um das schlichte Überleben. In der an Wegen unterdimensionierten und an Einwohnern überbevölkerten Metropole ist Radfahren eine Art Strategiespiel (…). Die filmische Darstellung des Überlebens in der Apokalypse bleibt jedoch aus. Es folgt eine Art umgekehrter Science Fiction: Die Utopie einer leergefegten Stadt - und ein Radfahrer, der sie durchquert.
(Friedolin Schönwiese)
Fridolin Schönwiese wurde 1967 in Wien geboren und studierte
Publizistik und Theaterwissenschaft in Wien. Er ist Mitglied der Gruppe
GANG ART, arbeitete bei mehreren Filmen, Ausstellungen, Trailern und
Radioprojekten mit. Fridolin Schönwiese lebt und arbeitet in Wien und
Mexiko. Filme: DIE FÜNF HIMMELSRICHTUNGEN (2009), VOLVER LA VISTA / DER
UMGEKEHRTE BLICK (2002-05), IT WORKS (1998), COSMODROM (1992-95),
LUFTRÄUME (1990)
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Survival Guide #6
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HILDEGARD ABSALON, Bildweberin
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Regie, Kamera, Ton: Bernadette Weigel
Schnitt: Ewa Stern
Sounddesign: Philip Zauner
Bernadette Weigel besucht Hildegard Absalon. Die Künstlerin packt vor der Kamera den vor Jahren verstauten Webstuhl aus. Sie spricht über Abnützungen des Körpers und der künstlerischen Tätigkeit an sich. Über die Arbeit, die soviel Geduld erfordert, soviel Zeit und oft auch zuviel Kraft. Am Webstuhl befindet sich ein unfertiger Gobelin. Hildegard Absalon ordnet die Fäden, vielleicht zieht die Arbeit sie wieder in ihren Bann?
Hildegard Absalon ist österreichische Künstlerin und Bildweberin. Sie unterrichtete an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien dekorative Gestaltung und Textil. Freiberuflich als Goblinweberin tätig, Umsetzung von Entwürfen anderer KünstlerInnen (Maria Lassnig, Friedensreich Hundertwasser, Günter Brus, etc.). Seit 1982 nur noch Teppiche nach eigener Gestaltung. Hildegard Absalon ist eine Meisterin des Details in dieser von zeitgenössischen KünstlerInnen nur noch selten genutzten Technik. Ihre Arbeiten zeugen von grossem Witz und selbstreferentieller Kraft.
Ausstellungen (Auswahl): 1975 MAGNA Feminismus: Kunst und Kreativität in der Galerie nächst St. Stephan, Wien; 1996 Chaos Wahnsinn in der Kunsthalle Krems; 2000 Schau der Arbeiten im National Institute of Design in Ahmedabad, Indien; 2003 Mimosen, Rosen, Herbstzeitlosen. Künstlerinnen. Positionen 1945 bis Heute, Kunsthalle Krems; 2011 Female in progress, Grünspan - Plattform für Kunst und Kultur im Drautal.
BERNADETTE WEIGEL
Geboren 1977. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Kamerastudium und Regiestudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Abt. Film und Fernsehen. Filme (Auswahl): MARIE (2009), EINE FRAU (2009), GAME OVER (2009), WIENS KULTURSÖLDNER (2008). Der Kurzfilm MARIE wurde bei der Diagonale 2010 gezeigt. Der Kurzfilm GAME OVER lief bei den Vienna Independent Shorts 2009. Bernadette Weigel arbeitet derzeit an dem Dokumentarfilm VOYAGEUSE ENTHOUSIASTE - NOTES OF A TRAVELLER.
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